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Glossar

ZUGFeRD vs XRechnung

ZUGFeRD und XRechnung sind die beiden deutschen E-Rechnungsformate, die unter ViDA / E-Rechnungspflicht 2028 zulässig sind. XRechnung ist reines XML (Maschine-zu-Maschine); ZUGFeRD ist ein Hybrid aus PDF/A-3 und eingebettetem XML (für Mensch und Maschine).

XRechnung — der XML-only-Standard

XRechnung ist eine deutsche Implementierung der europäischen Norm EN 16931. Es ist reines XML (UBL- oder CII-Format), ohne eigene visuelle Darstellung. Vorteile:

- Vollständig maschinell verarbeitbar — ideal für Automatisierung - Standardisierte Felder (BT-1 Rechnungsnummer, BT-2 Datum, BG-3 Käufer, etc.) - Geringe Dateigröße

Nachteile:

- Keine direkt menschen-lesbare Darstellung (Schuldner braucht Software zum Anzeigen) - Im Privatkunden-Kontext unfreundlich

Pflicht bei öffentlichen Aufträgen des Bundes seit 27.11.2020. Erfüllt ViDA-Anforderungen.

ZUGFeRD — das Hybrid-Format

ZUGFeRD ("Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland") ist seit 2014 entwickelt vom Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD). Es kombiniert PDF/A-3 (visuell lesbar) mit eingebettetem XML (maschinen-lesbar):

- PDF/A-3 Schicht — der Schuldner sieht ein normales Rechnungs-PDF - Eingebettete XML-Schicht — strukturierte Daten für die Buchhaltungssoftware

ZUGFeRD 2.x kennt mehrere Profile:

- MINIMUM — nur Grunddaten - BASIC WL — ohne Positionen - BASIC — Standard-Set - EN 16931 — voll EN-konform (auch "COMFORT" genannt) - EXTENDED — alle Felder inkl. branchenspezifischer Erweiterungen - XRECHNUNG — XRechnung-konformes Profil innerhalb von ZUGFeRD

Welches Format wann?

SzenarioBundesauftrag / öffentlicher Auftraggeber
EmpfehlungXRechnung
SzenarioB2B SME → B2B SME
EmpfehlungZUGFeRD (Profil EN 16931)
SzenarioEU-Auslandsempfänger
EmpfehlungPeppol mit XRechnung-Inhalt
SzenarioHoch automatisierte Großkonzern-Empfänger
EmpfehlungXRechnung
SzenarioMischbetrieb mit Verbrauchern
EmpfehlungZUGFeRD (lesbares PDF wichtig)

Was sich für das Forderungsmanagement ändert

Strukturierte Rechnungen verändern das Mahnwesen grundlegend:

- Eindeutige Referenzen — Rechnungsnummer / Betrag / Fälligkeit sind XML-Felder, nicht PDF-Text. Keine OCR-Fehler mehr. - Automatische Zuordnung in Lexoffice, Sevdesk und DATEV. - Bessere Streit-Dokumentation — PDF/A-3 ist langzeitarchivierungssicher. - Vereinfachter Übergang ins Mahnverfahren — EDA-Format erwartet strukturierte Daten, die aus ZUGFeRD/XRechnung direkt übernommen werden können.

kvit liest beide Formate nativ aus Lexoffice und Sevdesk und referenziert die strukturierten Felder direkt in Mahnungen.

Häufige Fragen

Welches Format ist ab 2028 Pflicht?

Beide. ViDA fordert EN-16931-konforme Formate — sowohl XRechnung als auch ZUGFeRD 2.x ab Profil EN 16931 erfüllen das. Der Versender entscheidet (ggf. nach Absprache mit dem Empfänger), welches Format er nutzt.

Kann ich ZUGFeRD-Rechnungen weiterhin als PDF behandeln?

Ja — das ist der Charme von ZUGFeRD. Der Empfänger kann das Dokument als gewöhnliches PDF lesen, drucken, archivieren. Eine moderne Buchhaltungssoftware (Lexoffice, Sevdesk, DATEV) liest zusätzlich die XML-Schicht und erspart Ihnen manuelle Erfassung.

Welche Tools können ZUGFeRD generieren?

Lexoffice und Sevdesk seit 2024 nativ; DATEV seit 2022; Microsoft Dynamics, SAP, Stripe (ab 2026 angekündigt). Open-Source: pdfa3-tools, mustangproject. kvit selbst erzeugt keine Rechnungen — wir lesen die von Ihrem Billing-System erzeugten Formate.

Was kostet die Umstellung?

Für SMEs in Lexoffice / Sevdesk / DATEV: praktisch null — Feature ist in den Tarifen enthalten. Bei Stripe Invoicing aktuell Workaround über Bridge-Tools (€10–50/Monat). Custom-ERP-Implementierungen: einige tausend Euro Einmal-Aufwand.

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