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Future-Demand Pillar

ViDA E-Rechnung Pflicht 2028 — Vollständiger Guide für deutsche SMEs

ViDA (VAT in the Digital Age) macht elektronische B2B-Rechnungen in Deutschland ab Januar 2028 verpflichtend — EU-weit ab 2030. Wer heute PDF-Rechnungen versendet, muss bis dahin auf strukturierte Formate (XRechnung, ZUGFeRD) umstellen. Dieser Guide erklärt die Pflichten, die Formate und wie kvit Sie auf die strukturierte Welt vorbereitet — damit das Forderungsmanagement ab 2028 weiterhin automatisch läuft.

Was ViDA ist und was es ändert

ViDA (VAT in the Digital Age) ist ein EU-Gesetzespaket der Europäischen Kommission, das die Mehrwertsteuer-Regelungen an die digitale Wirtschaft anpasst. Drei zentrale Säulen:

Digital Reporting Requirements (DRR). Inländische B2B-Umsätze müssen in nahezu Echtzeit elektronisch an die Finanzverwaltung gemeldet werden. Ziel: Mehrwertsteuerbetrug reduzieren (EU-weit ca. €93 Mrd. Schaden pro Jahr).

Plattform-Wirtschaft. Plattformen wie Airbnb oder Uber werden in bestimmten Fällen zu "deemed suppliers" — sie schulden die MwSt., nicht der einzelne Anbieter.

Single VAT Registration. Ein Unternehmen kann sich EU-weit über ein einziges Land registrieren — Vereinfachung für grenzüberschreitende B2B-Geschäfte.

Für deutsche SMEs ist primär die erste Säule relevant: E-Rechnungs-Pflicht.

Die deutsche Umsetzung: Stufen bis 2028

Deutschland hat die ViDA-Vorgaben mit dem Wachstumschancengesetz vorgezogen. Die Stufenpläne im Überblick:

Datum1. Januar 2025
WerAlle Unternehmen
PflichtE-Rechnungs-EMPFANG muss möglich sein
Datum1. Januar 2027
WerUnternehmen > €800k Vorjahresumsatz
PflichtE-Rechnungs-VERSAND verpflichtend
Datum1. Januar 2028
WerAlle Unternehmen B2B
PflichtE-Rechnungs-VERSAND verpflichtend
Datum~2030
WerEU-weit
PflichtEU-weite Verpflichtung nach ViDA

XRechnung, ZUGFeRD, Peppol — welches Format wann?

Drei Formate sind im DACH-Raum relevant. Sie schließen sich nicht aus — moderne Software (inkl. kvit) verarbeitet alle drei:

XRechnung. Reines XML-Format. Verpflichtend im öffentlichen Auftragswesen (Bund seit 2020). Für B2B unter ViDA: zulässig.

ZUGFeRD 2.x. Hybrid-Format — PDF/A-3 mit eingebettetem strukturiertem XML. Vorteil: Mensch und Maschine lesbar, daher fließender Übergang. Variante "XRechnung" innerhalb von ZUGFeRD ist die wahrscheinlichste deutsche Standardlösung.

Peppol. Europäisches Netzwerk für sicheren elektronischen Dokumentaustausch. Nicht das Format selbst (kann XRechnung oder UBL transportieren), sondern der Transport-Layer. Ab 2028 in vielen EU-Ländern Standard.

  • Empfangen Sie heute schon ZUGFeRD? Lexoffice und Sevdesk lesen das nativ. Stripe Invoicing noch nicht — kvit überbrückt die Lücke.

  • Versenden Sie heute schon XRechnung? Pflicht bei Bundesaufträgen seit 2020. Privatwirtschaftlich noch optional — aber gut für ViDA-Vorbereitung.

  • Peppol-Anbindung: noch nicht verpflichtend in Deutschland, aber empfohlen für Unternehmen mit EU-Auslandsgeschäft.

Was sich für das Forderungsmanagement ändert

Strukturierte Rechnungen verändern das Mahnwesen grundlegend — meist zum Besseren:

Eindeutige Referenzen. XRechnung und ZUGFeRD enthalten standardisierte Felder (BT-1 Rechnungsnummer, BT-2 Datum, BG-3 Käufer). Automatisierungen müssen nicht mehr aus PDFs parsen — die Daten sind direkt verfügbar.

Direkte Verlinkung mit Buchhaltung. Lexoffice, Sevdesk und DATEV können strukturierte Rechnungen automatisch zuordnen. Eine Mahnung referenziert die strukturierte Rechnung — der Schuldner kann sofort prüfen.

Bessere Streitfall-Dokumentation. ZUGFeRD ist PDF/A-3-konform — langzeitarchivierungssicher. Bei einem Mahnverfahren ist die Beweislage besser als bei PDF-Anhängen ohne strukturierte Daten.

Schneller Übergang ins Mahnverfahren. Das gerichtliche Mahnverfahren (EDA-Format) erwartet strukturierte Daten. Wer XRechnung versendet, hat die Felder bereits — die Übergabe an das Mahnverfahren ist automatisierbar.

Was Sie jetzt tun sollten (2026-Checkliste)

Drei konkrete Schritte, die Sie 2026 unternehmen sollten — damit der 2028-Übergang stressfrei verläuft:

  • Buchhaltungssoftware prüfen: Lexoffice, Sevdesk, DATEV unterstützen ZUGFeRD seit 2024. Stripe Invoicing: noch nicht — Workaround über kvit oder über GoBD-Bridge-Tools.

  • E-Rechnungs-Empfang aktivieren: seit 1. Januar 2025 Pflicht. Setzen Sie eine dedizierte E-Mail-Adresse (rechnungen@…) und integrieren Sie sie in Ihre Buchhaltung.

  • Forderungsmanagement-Tool wählen, das ViDA-ready ist: kvit wurde mit ViDA-Architektur entwickelt — strukturierte Rechnungsdaten werden direkt aus XRechnung / ZUGFeRD gelesen, Mahnungen referenzieren strukturierte Felder, Übergabe ans Mahnverfahren ist automatisiert.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich ab 2028 noch PDF-Rechnungen versende?

Ab 1. Januar 2028 sind PDF-Rechnungen im inländischen B2B-Verkehr in den meisten Fällen unzulässig. Der Schuldner kann Zahlungen unter Verweis auf das Fehlen einer formgerechten Rechnung verweigern — ohne dass Verzug eintritt. Praktisch: Sie verlieren Inkasso-Rechte. Übergangsfristen gelten teilweise.

Was ist der Unterschied zwischen XRechnung und ZUGFeRD?

XRechnung ist ein reines XML-Format ohne menschenlesbare Darstellung — Maschinen-zu-Maschinen. ZUGFeRD ist ein Hybridformat: ein PDF/A-3-Dokument mit eingebettetem strukturiertem XML. Praktisch: ZUGFeRD ist freundlicher für den Empfänger (PDF lesbar), XRechnung ist effizienter für die Automatisierung. Beide sind ViDA-konform.

Muss ich Peppol verwenden?

In Deutschland: nein, Peppol ist optional. ViDA legt Peppol als empfohlenen Transport-Standard fest, aber andere Transportwege bleiben zulässig. Empfehlung für Unternehmen mit EU-Auslandsgeschäft: Peppol-Anbindung jetzt aufsetzen, weil mehrere EU-Länder Peppol verpflichtend machen.

Wie bereitet kvit auf ViDA vor?

kvit liest XRechnung und ZUGFeRD nativ aus Lexoffice, Sevdesk und DATEV. Mahnungen referenzieren die strukturierten Rechnungsfelder (Rechnungsnummer, Betrag, Fälligkeitsdatum) direkt aus den XML-Daten — keine PDF-Parsing-Fehler mehr. Der Übergang ins gerichtliche Mahnverfahren ist mit strukturierten Daten vollautomatisierbar.

Welche Auswirkungen hat ViDA auf das Mahnverfahren?

Das deutsche gerichtliche Mahnverfahren (EDA-Format) ist bereits XML-basiert. Wer XRechnung versendet, hat die meisten Felder bereits in der korrekten Form vorliegen — die Übergabe an das EDA-System wird einfacher und schneller. Erwartung: kürzere Bearbeitungszeiten beim Amtsgericht, weil Datenkonsistenz steigt.

Was kostet die Umstellung auf E-Rechnung?

Für SMEs, die bereits Lexoffice oder Sevdesk nutzen: praktisch null. Beide Tools unterstützen ZUGFeRD seit 2024. Wer Stripe Invoicing nutzt, braucht eine Bridge — kvit oder spezialisierte E-Rechnungs-Anbieter (z.B. Billentis, Quba). Custom-Implementierungen können einige tausend Euro kosten; Standard-Software-Lösungen liegen bei €10–50/Monat.

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