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Glossar

Inkasso Kosten 2026

Inkasso-Kosten in Deutschland setzen sich zusammen aus RVG-Gebühren (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz), Auslagenpauschale, eventueller Erfolgsfee des Inkassobüros sowie — bei gerichtlichem Mahnverfahren — Gerichtskosten. Bei Software-Anbietern wie kvit gilt stattdessen ein Pauschal-Modell plus Erfolgsfee.

Inkasso-Kosten beim klassischen Inkassobüro

Die Gebühren orientieren sich am Streitwert nach RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, Anlage 1 zu § 2 Abs. 2). Inkasso fällt unter Nr. 2300 VV RVG (Geschäftsgebühr 0,5–2,5; Standard 1,3).

Streitwert€500
RVG-Gebühr 1,3€89,70
+ Auslagen + MwSt€20 + €20,90
Gesamt für Schuldner€130,60
Streitwert€1.000
RVG-Gebühr 1,3€124,80
+ Auslagen + MwSt€20 + €27,57
Gesamt für Schuldner€172,37
Streitwert€2.500
RVG-Gebühr 1,3€243,10
+ Auslagen + MwSt€20 + €49,99
Gesamt für Schuldner€313,09
Streitwert€5.000
RVG-Gebühr 1,3€501,40
+ Auslagen + MwSt€20 + €99,07
Gesamt für Schuldner€620,47
Streitwert€10.000
RVG-Gebühr 1,3€866,80
+ Auslagen + MwSt€20 + €168,69
Gesamt für Schuldner€1.055,49
Streitwert€25.000
RVG-Gebühr 1,3€1.706,90
+ Auslagen + MwSt€20 + €328,11
Gesamt für Schuldner€2.055,01

Zusätzliche Erfolgsfee — der versteckte Kostenfaktor

Die RVG-Gebühren oben sind nur die untere Schwelle. Viele Inkassobüros verlangen zusätzlich eine Erfolgsfee von 15–35 % der eingetriebenen Summe. Diese ist nicht durch das RVG gedeckt — sie ist Verhandlungssache und wird oft erst nach Abschluss sichtbar.

Wichtig: die Erfolgsfee zahlt der Gläubiger, nicht der Schuldner. § 286 BGB ersetzt nur die *erforderlichen* Inkasso-Kosten — also typischerweise nur die RVG-Gebühren, nicht die zusätzliche Erfolgsfee.

Bei einer €5.000-Forderung und 25 % Erfolgsfee zahlt der Gläubiger also: €1.250 Erfolgsfee. Plus die €620,47 RVG-Kosten, die der Schuldner trägt. Gesamtkosten für den Gläubiger bei Erfolg: €1.250 — bei einer eingetriebenen Forderung von €5.000 + RVG.

Kosten bei kvit als Software-Alternative

Software-Anbieter wie kvit verlangen statt einer prozentualen Erfolgsfee eine monatliche Pauschale plus deutlich niedrigere prozentuale Komponente.

Tarifkvit Free
Pauschale€0/mo
+ Erfolgsfee0 %
Kosten bei €5k-Forderung€0 (limitiert auf 10 Rechnungen/mo)
Tarifkvit Pro
Pauschale€49/mo
+ Erfolgsfee4 %
Kosten bei €5k-Forderung€49 + €200 = €249
Tarifkvit Legal (inkl. Mahnverfahren)
Pauschale€299/mo
+ Erfolgsfee8 %
Kosten bei €5k-Forderung€299 + €400 = €699
TarifKlassisches Inkasso (25 % Fee)
Pauschale€0/mo
+ Erfolgsfee25 %
Kosten bei €5k-Forderung€1.250

Gerichtskosten beim Mahnverfahren

Wenn die außergerichtliche Phase nicht reicht, fallen zusätzlich Gerichtskosten an. Beispiele (vereinfacht; § 3 GKG):

Streitwert €500: Mahnbescheid €23, Vollstreckungsbescheid €23 = €46 Streitwert €1.000: Mahnbescheid €32, Vollstreckungsbescheid €32 = €64 Streitwert €5.000: Mahnbescheid €73, Vollstreckungsbescheid €73 = €146 Streitwert €10.000: Mahnbescheid €123, Vollstreckungsbescheid €123 = €246

Diese Kosten zahlt der Gläubiger vor, holt sie aber als Verzugsschaden vom Schuldner zurück.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die durchschnittliche Erfolgsfee bei Inkassobüros 2026?

Im DACH-Markt typischerweise 15–25 % bei B2B-Forderungen, 20–35 % bei B2C-Forderungen, mit aufwärts-Bewegung bei kleinen Forderungen unter €1k (relative Kosten höher) und schwer-eintreibbaren Fällen. Verhandelbar — fragen Sie immer schriftlich nach der Erfolgsfee, bevor Sie Forderungen übergeben.

Sind Inkasso-Kosten steuerlich absetzbar?

Ja — sowohl beim Gläubiger (als Betriebsausgabe) als auch beim Schuldner (wenn vom Schuldner getragen, dann nicht als Werbungskosten; wenn vom Gläubiger getragen, dann als Betriebsausgabe). Voraussetzung: ordnungsgemäße Rechnung des Inkassobüros bzw. Software-Anbieters.

Welche Inkasso-Kosten muss der Schuldner zahlen?

Nach § 286 BGB die *erforderlichen* Inkasso-Kosten — also typischerweise die RVG-Gebühren (Nr. 2300 VV RVG, Auslagenpauschale, MwSt.). Eine zusätzliche Erfolgsfee gilt rechtlich als Risiko-Investition des Gläubigers und ist nicht von § 286 BGB gedeckt.

Wie kann ich Inkasso-Kosten reduzieren?

Drei Hebel: (1) Software statt Inkassobüro für regelmäßige B2B-Forderungen — spart 60–80 % der Kosten bei vergleichbarer Erfolgsquote. (2) Klarere Vertragsformulierungen → weniger bestrittene Forderungen → weniger Eskalationen. (3) Frühere Mahnungen — je früher Sie mahnen, desto höher die Erfolgsquote in der außergerichtlichen Phase.

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